Gemeinsam mit 37 weiteren Organisationen und Verbänden fordern wir in einem offenen Brief, dass die geplante Reform des SGB II nicht auf Kosten von Familien und Kindern gehen darf!
Scharfe Sanktionen, mehr Druck!
Für uns ist klar, dass die neue Grundsicherung mit ihren deutlich schärferen Sanktionen Familien – und insbesondere Alleinerziehende und ihre Kinder – in dieser Form noch weiter unter Druck setzen wird: Ein-Eltern-Familien sind bereits jetzt oft von Armut und Ausgrenzung bedroht. Mit der geplanten Reform würde sich diese Not ausweiten.
Kein sicheres Zuhause
Die angedachte Deckelung der Unterkunftskosten (§ 22 SGB II), ist realitätsfremd, denn der vor allem in Großstädten angespannte Immobilienmarkt erlaubt es vielen jetzt schon nicht bezahlbaren Wohnraum zu finden. Gerade Alleinerziehende, die hoch belastet sind, brauchen zuverlässige Unterstützung durch gute Infrastruktur im Wohnumfeld, kurze Wege zu KiTa, Schule und Arbeit und ein tragfähiges soziales Netz. Doch das bleibt für die meisten ein unerfüllter Wunschtraum. Heidi Thiemann, Vorständin der Stiftung Alltagsheld:innen erklärt: „Alleinerziehende und ihre Kinder sind ohnehin schon oft von Armut und Ausgrenzung bedroht. Was sie statt zusätzlichem Druck wirklich brauchen, ist ein sicheres Zuhause.“
Wohnen mehr ist als nur ein Dach über dem Kopf!
Vor vier Jahren haben wir das Bündnis Gutes Wohnen aufgebaut, in dem bundesweit 15 Organisationen an einer Verbesserung der Wohnsituation für Alleinerziehende arbeiten. Gemeinsam haben wir konkrete Forderungen an Politik und Kommunen entwickelt.
Als Stiftung beraten wir Kommunen und Bauträger, wie gutes Wohnen für Ein-Eltern-Familien praxisnah gelingen kann. Aktuell sind wir dabei, als Modellprojekt ein Haus für Alleinerziehende in Solingen zu bauen. Damit sich die Wohnbedingungen für Alleinerziehende nachhaltig verbessern und ihre Kinder gut aufwachsen können.
Verlust unterstützender Strukturen
Die geplanten Verschärfungen der Grundsicherung würden alleinerziehenden Familien die Wohnungssuche weiter erschweren, mehr Umzüge forcieren und den Verlust von nachbarschaftlichen Hilfestrukturen und gewohnten sozialen Nahräumen wie KiTa und Schule billigend in Kauf nehmen und somit Ausgrenzung fördern.
Die Sanktionen bleiben daher tatsächlich nicht auf einzelne Personen begrenzt, sondern würden unmittelbar auch Schutzbefohlene und Partner*innen treffen. Darum fordern wir den Verzicht auf Sanktionen, die Kinder mitbestrafen, die Beibehaltung der Karenzzeit für Wohnkosten sowie eine realitätsnahe Berechnung der Regelbedarfe.
Der vollständige Offene Brief ist auf der Website des VAMV (Verband alleinerziehender Mütter und Väter Bundesverband e. V.) nachzulesen.