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Aktuelle Pressemitteilungen

Hilden/Berlin, den 09.11.2021 – Bundesweite Alleinerziehenden-Verbände, -Vereine und 
-Akteur:innen fordern gemeinsam SPD, Grüne und FDP auf, die Belange von Ein-Eltern-Familien deutlicher in den Koalitionsverhandlungen zu berücksichtigen.

In einem acht Punkte umfassenden Papier fordern sie von den Ampel-Parteien eine armutssichere Kindergrundsicherung, die Beendigung der steuerlichen Benachteiligung von Alleinerziehenden, kostenlose, flexible und hochwertige Kinderbetreuung, bezahlbares Wohnen und die Prävention von Altersarmut durch Anerkennung häuslicher Carearbeit in der gesetzlichen Rente sowie die Anhebung des Rentenniveaus ein.

„Die vor der Wahl in Aussicht gestellte Kindergrundsicherung muss nun kommen, und zwar armutssicher, um Kinderarmut wirksam entgegenzutreten“, sagt Heidi Thiemann, geschäftsführende Vorständin der Stiftung Alltagsheldinnen. Mit Blick auf die steuerliche Ungleichbehandlung Alleinerziehender sagt Esther Konieczny, Vorständin des Vereins Fair für Kinder e.V.: „Familie ist da, wo Kinder sind. Die bisherigen Regelungen stellen Ein-Eltern-Familien und Familien ohne Trauschein deutlich schlechter als Ehepaare. Das muss sich endlich ändern.“
Birgit Uhlworm, SHIA-Bundesvorstandsvorsitzende, führt zur geforderten Kinderbetreuung in Kitas und Grundschulen aus: „Der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz ab einem Jahr gilt seit 2013, ist aber in den vergangenen acht Jahren noch nicht flächendeckend realisiert worden. Es braucht hier deutlich mehr Anstrengungen, um den Rechtsanspruch des Kindes sicherzustellen und zu gewährleisten.“

Vielfalt im Familienrecht berücksichtigen

Neben sozialpolitischen und steuerrechtlichen Forderungen macht sich das Bündnis mit Blick auf Reformen im Familienrecht für den Erhalt der Vielfalt von Umgangsmodellen in Trennungsfamilien stark. „Familien leben in sehr verschiedenen Situationen und benötigen deshalb individuell passende Lösungen. Ein Wechselmodell als gesetzlichen Regelfall lehnen wir daher ebenso ab wie die gerichtliche Anordnung des Modells gegen den Willen eines Kindes oder Elternteils“, begründet Daniela Jaspers, Bundesvorsitzende des VAMV. Darüber hinaus fordern die Alleinerziehenden-Verbände eine gesetzliche Neuregelung, die den Gewaltschutz stärkt: „Gemäß Istanbul-Konvention muss der Gewaltschutz gegenüber dem Umgangsrecht vorrangig behandelt und das Recht auf Gewaltfreiheit für gewaltbetroffene Elternteile und Kinder umsetzt werden“, erläutert Sybille Möller, Vorstandsvorsitzende der MIA – Mütterinitiative für Alleinerziehende. Ein automatisiertes gemeinsames Sorgerecht ab Geburt lehnen die Verbände ebenfalls ab. Eine solche Regelung verlöre die Kinder von Eltern aus dem Blick, die nicht gemeinsam Entscheidungen treffen können. Über 91 Prozent der Eltern treffen bereits heute im Geburtsjahr des Kindes die Entscheidung, miteinander für gemeinsame Kinder sorgen zu wollen. Bei den verbleibenden 9 Prozent sprechen mit hoher Wahrscheinlichkeit gute Gründe dagegen.

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Hilden, den 21.06.2021 – Um den Folgen der Pandemie entgegenzuwirken, setzen die Alltagsheld:innen, die erste bundesweite Stiftung für Alleinerziehende, unter dem Motto „Raus aus der Pandemie – Alleinerziehende entlasten“ eine eigene Corona-Hilfe auf. Die Förderung soll Projekte unterstützen, die gezielt Folgen und Belastungen für Ein-Eltern-Familien abfedern, welche sich aus der Pandemie ergeben. Von Projekten mit kurzfristigen Einzelfallhilfen, Freizeitangeboten oder Hausaufgabenhilfe für Kinder von Alleinerziehenden bis hin zu strukturell arbeitenden Projekten sind Förderanträge bei der Stiftung willkommen. Die Stiftungsmittel sollen durch Spenden aus einer begleitenden Spendenaktion ergänzt werden, um weitere Projekte zu ermöglichen.

55 Prozent der Alleinerziehenden stark oder sehr stark belastet

Heidi Thiemann, geschäftsführende Vorständin der gemeinnützigen Stiftung Alltagsheld:innen, begründet die Förderung damit, dass „die Corona-Pandemie zu zahlreichen negativen Veränderungen und Belastungen führt, deren Langzeitfolgen noch gar nicht absehbar sind. Was wir aber heute schon wissen: Besonders hoch sind die Belastungen und Folgen für jene, die bereits zu normalen Zeiten unter großem Druck standen. Zu diesen zählen vor allem Ein-Eltern-Familien.“ Eine jüngst publizierte Studie der Evangelischen Hochschule Dresden ergab, dass 55 Prozent der Alleinerziehenden seit der Pandemie stark bis sehr stark belastet sind. Vor der Pandemie waren es 27 Prozent.

Armutsgefährdung lässt sich nicht wegimpfen

Die Impfkampagne hat inzwischen Fahrt aufgenommen, wie lange die Pandemielage noch anhält, ist jedoch unklar. Die sekundären Pandemiefolgen führen vor allem Alleinerziehende in eine strukturelle Falle. „Alleinerziehenden drohen wachsende Armutsgefährdung durch Arbeitszeitreduktion oder Jobverlust, Verschuldung, mögliche Langzeitarbeitslosigkeit oder Erkrankungen aufgrund der langanhaltenden Überlastung, die nicht rasch kurierbar sind. Strukturelle Pandemiefolgen lassen sich nicht wegimpfen“, erklärt Thiemann. Die Strukturen zu verbessern sei in erster Linie Aufgabe der Politik. „Wir hoffen, dass die Politik aus den Erfahrungen der letzten Jahre gelernt hat und die in der Pandemie deutlich gewordenen strukturellen Defizite für Alleinerziehende endlich behebt“, äußerst Thiemann. „Wir als Stiftung für Alleinerziehende wollen auf die umfassenden Pandemiefolgen für Ein-Eltern-Familien aufmerksam machen und unterstützende Strukturen für Alleinerziehende auch für die Zeit nach Corona voranbringen“, so Thiemann.

Mit der Förderung der Stiftung und der angebundenen Spendenaktion werden vor allem Projekte von Basisgruppen und Selbsthilfe-Initiativen gefördert, die im direkten Kontakt mit Alleinerziehenden stehen und ihre Bedarfe kennen. Der Stiftung liegen bereits einige Projektanträge vor. Die ersten sind schon bewilligt, z.B. ein Hausbootprojekt für Kinder von Alleinerziehenden in Hamburg. „Wir sind für weitere Projekte offen. Und wir freuen uns natürlich ebenso über weitere Spenden, die zusätzliche Projekte ermöglichen und so viele Alleinerziehende erreichen“, sagt Thiemann abschließend.

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Hilden, den 29.04.2021 – Die Forderung des FDP-Politikers Grigorios Aggelidis, Eltern bei der Corona-Impfung ab Mitte Mai zu priorisieren, ist gut, greift aber nach Ansicht der Stiftung Alltagsheld:innen zu kurz.

Heidi Thiemann, geschäftsführende Vorständin der Stiftung, begrüßt einerseits die Forderung nach einer Impf-Priorisierung von Eltern: „Der Schutz der Kinder, für die bisher noch keine Impfungen verfügbar sind, wird am besten über geimpfte Eltern sichergestellt“, so Thiemann. Sie weist jedoch darauf hin, dass auch in der Gruppe der Eltern eine genauere Differenzierung nach Bedarfslage notwendig sei: „Wir plädieren für eine Priorisierung für Eltern, die am dringendsten auf eine Impfung angewiesen sind: Das sind insbesondere Alleinerziehende, in deren Haushalt sich bei einer Covid19-Erkrankung kein zweiter Elternteil um die Kinder in Quarantäne kümmern kann.“

Ebenfalls verweist die Stiftung auf die Erkenntnisse aus der Kölner Studie, nach der insbesondere ärmere Stadtteile von hohen Inzidenzen betroffen sind, während wohlhabendere Stadtteile kaum mit Corona-Infektionen zu kämpfen haben. „Daher sollten neben Alleinerziehenden auch Eltern in stärker Corona-gefährdeten Stadtteilen bei der Impfung priorisiert werden“, so Thiemann.

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Hilden, 19.01.2021 – Die gemeinnützige Stiftung Alltagsheld:innen hat mit einem soliden Startkapital von 1.200.000 Euro zum Beginn des Jahres 2021 ihre Arbeit aufgenommen. Sie ist die erste Stiftung, die sich bundesweit ausschließlich für die Rechte von Alleinerziehenden einsetzt. Als Auftakt fördert sie Projekte, die Ein-Eltern-Familien in der Corona-Krise unterstützen.

In Deutschland ist jede fünfte Familie eine Ein-Eltern-Familie – es handelt sich dabei also nicht um ein Ausnahmephänomen, sondern um eine bedeutende Bevölkerungsgruppe. Von den etwa 2,6 Millionen Alleinerziehenden sind 90 Prozent Frauen. Ein erschreckend hoher Anteil lebt an der Armutsgrenze – es gibt in Deutschland kein größeres Armutsrisiko für Frauen, als ihre Kinder allein aufzuziehen. Die Corona-Pandemie stellt für Alleinerziehende eine weitere große Belastungsprobe dar: Sie müssen Berufstätigkeit und Kinderbetreuung, Homeoffice und Homeschooling unter einen Hut bekommen und sind dabei auf sich allein gestellt.
Die neu gegründete Stiftung Alltagsheld:innen setzt sich für Alleinerziehende ein: Sie macht durch politische Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit auf die Situation von Ein-Eltern-Familien aufmerksam und fördert wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema. Die Stiftung leistet keine Einzelfallhilfe, sondern finanziert Projekte, die geeignet sind, grundsätzlich und langfristig zur Verbesserung der konkreten Lebenssituation von Alleinerziehenden beizutragen. So zum Beispiel die Entwicklung innovativer gemeinschaftlicher Wohn- und Arbeitsplatzformen oder hochwertiger und bedarfsgerechter Kinderbetreuungsmodelle, die Ein-Eltern-Familien im Alltag entlasten können. Auch für Projekte im Ausland werden Mittel zur Verfügung gestellt. Erste Projektpartnerin der Stiftung ist eine Vereinigung alleinerziehender Frauen in Marokko, die sich „100% Mamans“ nennt.

In Deutschland startet die Stiftung mit Projekten zur gezielten Unterstützung von Alleinerziehenden in der Corona-Pandemie. Entsprechende Vorschläge und Anträge können ab sofort eingereicht werden. Außerdem ist es nun möglich, sich durch steuerlich absetzbare Spenden am weiteren Aufbau der gemeinnützigen Stiftung zu beteiligen und damit längst ausstehende Veränderungen zu einer geschlechtergerechteren Gesellschaft voranzutreiben.

Mit der Gründung der Stiftung Alltagsheld:innen verwirklichte die geschäftsführende Vorständin Heidi Thiemann ihren Traum von einer bundesweit tätigen Institution, die Alleinerziehende und deren Kinder in den Mittelpunkt rückt. Ausgangspunkt für ihre Vision waren persönliche und berufliche Erfahrungen. Die Kölner Ethnologin hat selbst zwei mittlerweile volljährige Söhne allein großgezogen.

„Alleinerziehenden fehlt es nicht nur an adäquater Unterstützung und Entlastungsoptionen. Sie werden darüber hinaus systematisch benachteiligt – finanziell, rechtlich und sozial. Das kann so nicht bleiben“, stellt Heidi Thiemann fest. „Ich bin deshalb sehr dankbar über die großzügige finanzielle Zuwendung unserer Gründungsstifter:innen und freue mich auf die Umsetzung innovativer Projekte und Maßnahmen, um die Situation von Ein-Eltern-Familien in Deutschland, aber auch in anderen Teilen der Welt, nachhaltig verbessern zu können. Wir sind überzeugt, dass viele Menschen den Wert unserer Ziele erkennen und unsere Arbeit durch Spenden langfristig unterstützen werden. Alle Spenden an unsere gemeinnützige Stiftung sind selbstverständlich steuerlich absetzbar.“
Die Stiftung Alltagsheld:innen sieht sich in der Tradition vieler anderer Initiativen und Verbände, die sich seit Jahrzehnten für die Interessen Alleinerziehender einsetzen. Bei der Entwicklung von Unterstützungsangeboten setzt die Stiftung auf eine gute Zusammenarbeit mit Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Die Stiftung mit Sitz in Hilden erlangte im November 2020 ihre Rechtsfähigkeit als eine der neuen Hybridstiftungen, die Verbrauchs- und Ewigkeitsstiftungsanteile enthalten. Sie verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke.

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Die Stiftung Alltagsheld:innen in ausgewählten Medien

Noch kein großer Wurf – Interview mit Heidi Thiemann zum Ampel-Koalitionsvertrag, taz. 07.12.2021

Alleinerziehend – was dringend anders werden muss – Interview mit Heidi Thiemann im Gespräch mit Julia Schmidt-Jortzig im Podcast Elterngespräch, Folge 164, des Magazins Eltern, November 2021

Wir brauchen eine Kindergrundsicherung! – Heidi Thiemann im BRIGITTE-Interview über Alleinerziehende und die Bundestagswahl, 01.09.2021

Interview mit Heidi Thiemann zur Aktion Alleinerziehende entlasten im rbb radio 88.8, 26.07.2021

Mütter sollten immer auch an die Trennung denken – Neues Deutschland, 19.02.2021

Alleinerziehende am Limit, Süddeutsche Zeitung, 28.01.2021

Stiftungs-Initiatorin Heidi Thiemann im Interview zum Start der neuen Stiftung, mdr Radio Jump, 21.01.2021

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Pressebilder

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